Stadtwerkstatt! Ausstellungseröffnung!


Die wachsende Ausstellung zur Stadtwerkstatt eröffnet und beginnt am 15. November 2018 um 21:00 Uhr.
In der Stadtwerkstatt arbeiten Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung über drei Jahre gemeinsam an der Gestaltung der Berliner Mitte. Mindestens dreißig Projekte im Planungsgebiet stehen zur Debatte.

Die Ausstellung dokumentiert den Diskussions- und Arbeitsprozess, sie sammelt Ergebnisse, Argumente und Informationen. Die Ausstellung bringt Ordnung in diesen vielstimmigen Prozess und schafft einen Überblick. Sie dient als Wissensspeicher und Beteiligungstool für alle.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen initiiert den Prozess, das Institut für Partizipatives Gestalten setzt ihn um.

Eröffnung am 15. November 2018 um 21 Uhr                       
In der Stadtwerkstatt, Karl-Liebknecht-Straße 11, Berlin Mitte.

Öffnungszeiten: Dienstag von , Donnerstag von und zu den Veranstaltungen.
Ein Aufzug ist vorhanden.

www.stadtwerkstatt.berlin

November, 2018


Arbeit mit Gruppen


Immer öfter kommen Gruppen oder Teams auf mich zu, die mit ihrer Aufgabe nicht weiter kommen – ein Konflikt verlangt nach einer Lösung, eine neue Strategie muss entwickelt werden oder ein Thema bedarf einer Präzision. Mit meiner Begleitung soll ich den Arbeitsprozess wieder in Gang bringen und die Gruppe auf ihrem Weg zu neuen Lösungen führen. Solche Anfragen freuen mich jedes Mal, nicht nur, weil ich die Arbeit mit Gruppen liebe, sondern weil ich sicher bin, dass wir, um zukunftsfähige Antworten zu finden, immer öfter in Gemeinschaften an Lösungen arbeiten werden.

Meine Arbeit mit der Gruppe löst nach innen und außen Dynamiken aus, die mal stürmisch sind, mal sehr konzentriert. Ich beschreibe hier, was Sie erwarten können, wenn Sie mit mir arbeiten – natürlich hat jeder Fall eine Spezifik, die sich in der konkreten Prozessplanung niederschlägt. Manche Prozesse dauern einen Tag, andere erstrecken sich über einen wesentlich längeren Zeitraum.

Die Gruppe bespricht ihre Fragen und benennt ihr nächstes Ziel. Meine Aufgabe ist es, die Gespräche zu strukturieren und Themen und Anliegen in eine sinnvolle Ordnung zu bringen. Arbeitsmethoden, entsprechend der Entwicklungsphase der Gruppe, helfen, die Inhalte zu ergründen und sichtbar zu machen.
Die Gruppe löst ihre Konflikte. Als Mediatorin gebe ich den Rahmen für die Arbeit am Konflikt. Die Besprechung von Konflikten ist ein zentraler Schritt, die Arbeitsfähigkeit zurück zu gewinnen.
Die Gruppe setzt sich in Bewegung. Das Vertrauen ist gewachsen, Rollen und Beziehungen sind geklärt. Die Gruppe verlässt sich auf die Prozessbegleitung. Die Gruppe ist auf die Bearbeitung der akuten Fragestellung ausgerichtet.
Die Gruppe entwickelt Lösungswege. Mit Erfahrungswissen und auf Basis der Vorgespräche habe ich Methoden vorbereitet, die das Denken weiten und auch emotionale und intuitive Ressourcen ansprechen. Mit einer Abfolge verschiedener Arbeitsformen und sich verändernder Gesprächskonstellationen bringe ich schon in der Vorbereitung einen guten Rhythmus in den Prozess. Wenn die Arbeit dann im Fluss ist, gibt es immer auch etwas zu Lachen.
Die Gruppe entscheidet über die konkrete Umsetzung. Die Gruppe wählt eine Vorgehensweise aus. Dabei würdigt sie auch die Vorschläge, die weniger Unterstützung finden. Die Gruppe benennt die Aufgaben, verteilt die Arbeiten, setzt Termine und verabredet das Follow up.

Mehrwert Kommunikationskultur. Während meiner Arbeit sage ich, was ich tue und teile mein Wissen. Die Gruppe hat sich in einer anderen Art der Kommunikation erlebt. Das nimmt sie mit in ihren Alltag. Ist die Kommunikationskultur bereits Teil des Auftrags, ist sie sowieso der rote Faden im gemeinsamen Lernprozess.

August, 2017

 


Kunst im öffentlichen Raum, Rostock-Lichtenhagen 2017


„Das Sonnenblumenhaus“ – ein Name, der Erinnerungen und beklemmende Bilder wach ruft: hier fanden 1992 die Ausschreitungen gegen die Bewohner*innen der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber statt, die in der Wohnsiedlung untergebracht war. Das Relief mit den Sonnenblumen an der Stirnseite des Plattenbaus in Rostock-Lichtenhagen ist ein Bild im kollektiven Gedächtnis derer, die die Geschehnisse im August 1992 persönlich vor Ort oder via Fernsehbilder miterlebt haben. 25 Jahre nach den rassistischen Pogromen möchte die Stadt Rostock 2017 für Bürger*innen und Besucher*innen mit einem dezentralen Erinnerungskonzept im öffentlichen Raum „Anlass zur Erinnerung an das Pogrom bieten und zur Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung motivieren.“[1] Elf Künstlerteams wurden zu einem Wettbewerb eingeladen.Der Künstler Stephan Kurr bat mich, mit ihm über die Idee seiner künstlerischen Arbeit nachzudenken und die geforderte Vermittlungsstrategie dafür zu entwickeln. Die künstlerische Entwurfsidee sieht vor, Duplikate der Fassadenplatten mit den Sonnenblumen in den Straßenbelag einzulassen. Die Fußgänger geraten auf ihrem Weg durch die Stadt auf diese „Reminder“ für ihre Assoziationen zu den Geschehnissen in 1992. Die Reaktionsmöglichkeiten auf den Straßenbelag sind so vielfältig wie die Menschen, die sie wahrnehmen – oder auch nicht wahrnehmen.

Auch die Vermittlung behält die beiläufige Alltäglichkeit der Situation bei. Neben dem veränderten Straßenbelag steht eine elektronische Stadtinformationseinheit. Das Medium gibt die aktuelle städtische Auseinandersetzung wieder. Wie bei einer Produktwerbung werden die Inhalte öfters erneuert, sind aktuell und zielen auf schnelle Wirkung ab. Hier finden die Bürger*innen ständig Hinweise auf Veranstaltungen und Schlaglichter aus dem öffentlichen Diskurs. In einem strukturierten Diskussionsprozess in den Netzwerken der Stadt werden Fragen, die in Rostock zum Themenfeld virulent sind, benannt und diskutiert. Diese Diskussionen schlagen sich auf der Stadtinformationseinheit nieder. Das bereits bestehende Archiv „Lichtenhagen im Gedächtnis“ bekommt mit den Modulen der Stadtinformation eine sichtbare Plattform für seine Vermittlungsarbeit.

Die Jury sprach sich dafür aus, den Beitrag von Artist Collective SCHAUM aus Rostock zu realisieren.

Projektteilnehmende:
Stephan Kurr, bildender Künstler
Gundula Avenarius, Kultur im Dialog
Veronika Brugger, Kommunikationsberatung, Architekturvermittlung, Museologie
de+ Architekten, Architektur


[1] Zitat Auslobungstext

Juni, 2017



Stadtdebatte Berlin 2015: Open-Air-Ausstellung und Erkundungen im Stadtraum


Am 3. Juli 2015 eröffnete die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher die Open-Air-Ausstellung, die wir für die Stadtdebatte Berlin 2015 „Alte Liebe – Neue Mitte?“ realisiert haben. Beim vorausgegangenen Auswahlverfahren haben unsere Konzepte für eine Open-Air-Ausstellung und neun Erkundungen im Stadtraum die Jury überzeugt. Wir freuen uns, die Stadtdebatte zu begleiten und zu unterstützen.

Mit der Stadtdebatte Berlin 2015 lädt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Bürger*innen und Fachleute ein, gemeinsam nachzudenken und zu diskutieren, wie sich die Berliner Mitte zukünftig entwickeln soll.Die Open-Air-Ausstellung dokumentiert und begleitet den Dialogprozess auf sechs Stationen zwischen Fernsehturm und Marx-Engels-Standbild. Auf Wandzeitungen werden die aktuellen Diskussionsstände aus den unterschiedlichen Veranstaltungen plakatiert. Die Ausstellung ist so lebendig wie die Stadtdebatte. Alle paar Wochen werden Plakate mit neuen Texten und Bildern aus den laufenden Diskussionsformaten angeschlagen. Auf den Plakaten kommen die Teilnehmenden des Dialogs direkt zu Wort.
Die Ausstellung informiert über den Prozess, lädt die Besucher der Ausstellung ein, an den kommenden Veranstaltungen teilzunehmen und regt mit ihren wechselnden Meinungsbildern die eigene Beschäftigung mit dem Ort an.

Auch unser Konzept für neun Erkundungen im Dialograum setzen wir während der kommenden Monate um. Wir laden dazu ein, den Stadtraum unter einem ungewohnten Aspekt zu untersuchen und neue Sichtweisen zu gewinnen. Die Erkundungen sprechen ganz unterschiedliche Zielgruppen an.

Für ein lebendiges und produktives Gespräch ist es gut, viele verschiedene Ansichten und neue Ideen zu haben. Die Ausstellung verknüpft die Themen aus verschiedenen Diskussionen zu neuen Bedeutungszusammenhängen, die Erkundungen ermöglichen neue Blicke auf den Ort.

Videoclips zur Open-Air-Ausstellung und zu den Erkundungen der Stadtdebatte in der Berliner Mitte können Sie hier anklicken.

Projektteam:
Idee + Projektleitung: Veronika Brugger
Konzept: Veronika Brugger, Stephan Kurr, Philipp Wehage
Erkundungen: Veronika Brugger, Stephan Kurr
Ausstellungsarchitektur: DMSW Architekten
Grafikdesign: Maria Simons

 

Juli, 2015

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Bürgerwerkstatt „Wohnen an der Roten Wand“


Der Killesberg ist eine der begehrtesten Halbhöhenlagen Stuttgarts. Neben den Einfamilienhaussiedlungen und dem großen Killesberg Park stand hier bis 2007 die Stuttgarter Messe. Ein Baufeld des ehemaligen Messeareals ist noch unbebaut. Beplant
wurde es schon mehrfach, zuletzt war ein Mode-Ordercenter und dann eine Wohn- und Gewerbebebauung geplant. Der Investor, der bereits auf den anderen drei Baufelder der alten Messe hochwertigen und hochpreisigen Wohnungsbau realisiert hat, fand keine Mieter für seine Konzepte. Daraufhin beschloss der Gemeinderat, auf dem Grundstück am Naturdenkmal „Rote Wand“ urbanen Wohnungsbau zu errichten. Am Beginn des neuen Planungsprozesses sollten die Bürger sagen, welche Planungskriterien sie für die Auslobung des Wettbewerbs vorschlagen.

Ende September 2012 haben ca. 50 beteiligungserprobte Stuttgarter Bürger Ideen für die Programmierung des Ortes zusammengetragen. Die Killesberger Nachbarn wünschen sich hier ein Quartier für junge Familien, einen Skaterpark für die Jungen, generationengemischte Baugruppen, höchste ökologische Standards und alles in allem eine Bebauung, die so viel Experiment und eine so anspruchsvolle Architektur wagt, wie es die in Sichtweite gelegene Weissenhofsiedlung vor fast 100 Jahren vorgemacht hat.

zur Dokumentation

September, 2012


Postrevolutionäre Wohnungsnot in Portugal


Auch in deutschen Großstädten wird im Jahre 2012 Wohnungsnot diagnostiziert. Die demografischen Entwicklungen, eine zunehmende Zahl von Haushalten mit immer weniger Personen sowie der stetig wachsende Wohnraumbedarf waren lange bekannt. Wie immer dauert es eine Zeit bis die Prognosen wahrnehmbare Realitäten werden. Noch länger dauert es, bis die Politik mit entsprechenden Maßnahmen reagiert.

1974 herrschte in Portugal eine Wohnungsnot von existentiellem Ausmaß. Die jahrzehntelange Vernachlässigung des Wohnungsbaus trieb die Menschen in der Nelkenrevolution auf die Straße. Mit diesem Aufstand wurde die 40 Jahre währende Diktatur Salazars besiegt.

In der Stadt Porto organisierten die Bewohner der innerstädtischen Slums den Bau eines neuen Wohngebiets und bestellten Alvaro Siza zu ihrem Architekten.

In Évora war es ein junger kommunistischer Bürgermeister, der gegen den Widerstand der traditionalistischen Architektenschaft und der Sozialdemokraten Alvaro Siza beauftragte, ein neues Stadtquartier zu planen und zu bauen. Der Architekt hatte ein gemischtes Quartier geplant, in dem Angestellte, Sozialhilfeempfänger, Zigeunerfamilien und Freiberufler zusammenlebten. Die in modularer Bauweise geplanten Häuser passten sich der Größe der jeweiligen Familie an. 13 Jahre hat das Büro Siza vor Ort mit den Bewohnern die Realisation der Siedlung diskutiert und abgestimmt.

Im Mai 2012 habe ich in Porto und Évora einige der damaligen Protagonisten und heutigen Bewohner der beiden Quartiere gesprochen. Die Reportage „Wand + Viadukt – zwei Siedlungen von Siza in Portugal“ ist in der Baunetzwoche #282 erschienen.

zum Artikel

Juni, 2012